Von Scheingeld und Wertpapier

In der Diskussion um Geld kommt immer wieder mal das Argument des intrinsischen Wertes. Gold wird dabei in der Regel ein hoher intrinsischer Wert zugeschrieben, weil das Edelmetall für eine Vielzahl anderer Zwecke verwendet werden kann – Zahnfüllungen, hochwertige Kabelverbindungen, Schmuck, Veredelung etc. – und seine grundsätzliche Qualität behält, egal, welches politische Geldsystem sich des Trägermediums gerade bedient.

Das kann aber auch zu Problemen führen. Denn übersteigt der materielle Wert den nominellen Wert eines Geldes, besteht der Anreiz, sich diesen Wertunterschied zu Nutze zu machen und das Material „zu Geld zu machen“, indem man das Geld wieder zu Material macht. Auch aus diesem Grund bestehen unsere 10, 20 und 50 Cent-Münzen nicht aus echtem, sondern aus Nordischem Gold, einer Messinglegierung aus Kupfer, Aluminium, Zink und Zinn. Durch sie soll ihr Materialwert unter dem nominellen Wert liegen.

Bei Geldscheinen hingegen redet so gut wie niemand über den intrinsischen Wert. Papier (oder deren in modernen Geldscheinen verwendete Baumwoll- bzw. Plastikabwandlungen) gibt es schließlich genug und die Wertdifferenz zwischen Scheinwert (sic!) und (recyceltem) Materialwert ist so groß, dass sich die Zweckentfremdung eigentlich nicht lohnt. Es sei denn natürlich, es ist Hyperinflation.

Doch ist Papier keine Ressource, die so unbegrenzt verfügbar ist, wie man denken mag. Im Gegenteil. Papier ist knapp und im Laufe der Produktionsvorbereitung für das Magic Future Money-Buch habe ich gelernt, dass Papier sogar einen Tagespreis hat, der derzeit ganz erheblich schwankt. In meinem Fall stieg der Preis für das benötigte Druckpapier innerhalb eines Tages um fast 10 Prozent. Dabei hatte ich aber noch Glück, überhaupt noch genug Papier zu bekommen. Papier ist aktuell nämlich richtig knapp und für viele Verlage ist das ein echtes Problem.

Da bekommt der Begriff Wertpapier eine ganz neue Bedeutung.


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